logo

SV Lahn Limburg

Chronik der SJGL

Dass ein Verein ohne eine effiziente Förderung des Nachwuchses keine Zukunft hat, wurde knapp dreißig Jahre nach der Vereinsgründung (1959) auch dem konservativsten Mitglied bewusst. Heinz-Günther Giebermann nahm sich der Sache an, und arrangierte mit dem Stadtjugendring ein Schachturnier für Kinder und Jugendliche. Die Teilnehmer fanden schnell Gefallen am königlichen Spiel, und bildeten zusammen mit der spielstarken Schach-AG der Tilemannschule die Schachjugendgruppe Limburg.

Schon drei Jahre später verschafften die Mitglieder der Gruppe ihrem Unabhängigkeitsdrang Luft und wählten ihren ersten eigenen Vorstand, der Heinz-Günther Giebermann tatkräftig zur Seite stand. Die SJGL wurde damit zu einem selbständigen „Verein im Verein“ und richtete sich im "Walderdorffer Hof" häuslich ein. Der beste Limburger Jugendspieler der damaligen Zeit war der Tilemannschüler Ernst Bedau, der 1967 die Nachfolge Giebermanns antrat. Unter seiner Leitung sicherten sich die beiden Teams der SJGL im Oktober diesen Jahres erstmals die Plätze eins und zwei der Mannschaftsmeisterschaften im Unterverband. Die Spitzenposition konnte in den nachfolgenden sechzehn Jahren mit einer einmaligen Rekordserie unter Regie der Jugendleiter Dieter Fluck, Georg Hohlwein (69-74), Wolfgang Nadler (74-76), Detlef Kraut (76-78) , Georg Heun (78-80) und Wolfgang Weisser (80-84) verteidigt werden.

Von 1970 bis 1997 erwies sich insbesondere der 1. Vorsitzende des SV Lahn - Walter Fröhlich - als tatkräftiger Förderer. In den Jahren 1970 bis 1981 machten Frank Zimmermann und Ulrich Flögel als Hessenmeister Furore. Die einjährige Amtszeit von Norbert Henge leitete zur „Ära“ Michael Zell über, der ab 1985 durch ausgefeilte Trainingskonzepte und ein ausgeprägtes Engagement eine Reform der Jugendarbeit einleitete, und viele neue „Jünger“ gewinnen konnte.

Ab 1977 war der Clubraum der Stadthalle das - allerdings ungeliebte - Domizil. Denn Koordinationsschwierigkeiten mit anderen Nutzern, Mietern und Pächtern erschwerten eine störungsfreie Entfaltung der Jugendarbeit. 1987 wurden dann alle vorhandenen Handwerkskünste gezielt zur Renovierung von Räumlichkeiten im ehemaligen Schlachthof erfolgreich eingesetzt: Das Vereinsheim „Schachinsel“ entstand und wurde rasch der Mittelpunkt der Aktivitäten bis zum heutigen Tage, nachdem im Jahre 2000 eine jugendgerechte Neugestaltung vorgenommen wurde.

1989 trat dann Jugendleiter Volker Brauer auf den Plan, der nach drei Jahren aus beruflichen Gründen ausschied. Ein neuer Kandidat war nicht vorhanden, so dass Bernd Horstmann als „Trainer“ dankenswerterweise in die Bresche sprang, bis 1994 das come-back von Detlef Kraut neue Akzente setzte: Die Mitgliederzahl wuchs sprunghaft an. Es war die Zeit, als Björn Baulig in einer Simultanveranstaltung Großmeister Lev Gutmann ein Remis abtrotzte und der sechsjährige Maurizio Zelba erstes Aufsehen erregte. Von da an wurden auch die Erfolge auf Bezirksebene wieder fortgesetzt. 1996 dann ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung: Mit Manuela Demsky übernahm erstmals eine Vertreterin des weiblichen Geschlechts die Leitung, und bildete mit Hessenmeisterin Julia Schlein ein wirkungsvolles weibliches Duo, das sich ständig, unter anderem mit Madeleine Brandt und Maria Fluck erweiterte, mit dem Ergebnis, dass die Gruppe heute auf dieses „Fräuleinwunder“ besonders stolz sein kann. Dann ein weiteres Comeback. Wolfgang Nadler entwickelte neue Konzepte für Anfänger- und Fortgeschrittenenkurse, die bei den Jugendlichen besonders ankamen. Die Folge war eine steigende Mitgliederzahl, der passende Rahmen für die 40-Jahr-Feier im Jahre 1999 im Gemeinschaftshaus Dietkirchen. 1999 und 2000 fanden weitere Kurse für Einsteiger statt, die mit jeweils 30 Teilnehmern das Interesse von Jugendlichen am Königlichen Spiel in einer Zeit des ausufernden Konsums und der Mediengesellschaft eindrucksvoll unter Beweis stellten. Neben der Breite stimmte auch die Leistung in der Spitze, wie die Teilnahme der Limburger Schachsportler an Landes-, Deutschen Meisterschaften und sogar an einer Weltmeisterschaft beweist. Die Grundlage ist aber das Erlebnis in der Gruppe, von Anfang an integrativ, mit Spiel und Sport.

Wichtig sind Ausflüge, Grillparties, Trainingslager in Jugendherbergen, aber auch Gemeinschaftsreisen wie in der Vergangenheit nach Luxemburg, Berlin, Prag, Amsterdam, München und Hamburg. Mehr als 450 Kinder und Jugendliche haben allein in den 42 Jahren bis 2001 mit der Vermittlung des Schachspiels eine wichtige Lebenshilfe bekommen, viele sind dafür dankbar, besuchen ihre „ehemalige Schachschule“ ein-, zweimal im Jahr und die alten Geschichten werden wieder lebendig. Jugendleiter Frank Lewien setzte von 2004 bis 2008 die Tradition der engagierten Schachpädagogen fort und wurde dann von Oliver Schröder abgelöst.